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woensdag 13 maart 2013

Zwei gute Gründe


Nachdem ich mehr als zwei Monate auf dem Trockenen rumgekrebts habe, beginnen sogar meine Freunde sich daran zu gewöhnen, dass ich bis auf weiteres abstinent bleibe. Und auch, wenn die meisten immer noch verständnislos den Kopf schütteln beginnt von der ein oder anderen Seite mittlerweile auch ein Hauch von Anerkennung zu kommen. Anerkennung, wie auch Neugier. Letztere begegnet mir meistens in der Frage: "Wie hältst du das denn aus?"

Ich habe selbst lang genug über diese Frage nachdenken müssen. Natürlich hatte ich am Anfang auch eine Liste mit vorbildlichen und vernünftigen Beweggründen. Diese Liste hätte ich mir aber schenken können. Mal ganz ehrlich: wer von uns denkt mit 25 schon an seine Gesundheit im hohen Alter (vor allem am Samstagabend)? Wer von uns ist wirklich davon überzeugt, dass er durchs Saufen dümmer geworden ist? Oder, dass Alkohol gar das Leben verkürzt? Selbst wenn, würde ich mir denken. Lieber vom  Leben eine Party machen und jung sterben als brav und spiessig 100 zu werden.


Was ist dann ein überzeugender Grund für ein nüchternes Jahr? Deine eigenen Prioritäten im hier und jetzt. Für mich gibt es da zwei. Die eine ist Ehrgeiz, die andere ist.... typisch Frau.

Nummer eins: Ich will laufen. Und ich will nicht nur hin und wieder mal eine Runde Joggen. Ich will länger, weiter und schneller laufen. Dafür muss ich plusminus dreimal in der Woche trainieren, eine Trainingseinheit fällt immer aufs Wochenende. Wenn ich am Wochenende die Saufziege raushängen lasse, verschlafe ich am nächsten Tag mein Training. Dieses beginnt nämlich morgens um halb zehn. Dank des dicken Schädels und Post-Party Depression kann ich mich meist auch nicht mehr aufraffen nich selbst eine Runde zu drehen. Also ist nüchtern bleiben die logische Voraussetzung für ein gutes Luftraining.

Nummer zwei: der Sommer naht und mit ihm die Bikinisaison. Ja, ich sehe euch förmlich mit den Augen rollen, aber was das betrifft bin ich nicht anders als die meisten anderen Frauen auch. Ich will den Gürtel strammer schnallen können und da Bier und Wein recht viel flüssige wie überflüssige Kalorien enthalten vertragen sie sich nicht so gut mit der Srandfigur. Zugegeben, es ist ein recht banaler Grund. Aber wenn ich mir vor Augen halte, dass Abstinenz in Hotpants besser aussieht als ein Saufgelage fällt mir das Verzichten weniger schwer.

Und die Moral von der Geschicht? Scheiss auf Moralpredigten über Gesundheit und Verantwortung. Mach was du willst. Und zwar, was du wirklich willst. Und wenn du keinen Marathon-Ambitionen oder Figurkomplexe hast, dann PROST! Auf die Gesundheit!






dinsdag 12 februari 2013

Darum nicht!


Nach 6 Wochen Entzug beginnt die Nüchternheid langsam zur Routine zu werden. Ich fühle mich nicht mehr so ellendig, wenn ich ein Saufgelage mit Cola begiesse. Im Gegenteil: ich lache und tanze und feier mit. Im Gegensatz zu den anderen Partychicks bin ich am nächsten Morgen jedoch putzmunter, so dass ich um halb 10 bereits meine Laufschuhe anhabe und Richtung Wald trabe. Mein Bierdurst wird langsam weniger und wenn es all zu schlimm wird tut es auch ein Alkoholfreies. Das Schlimmste liegt hinter mir. Alles wird gut.

Wenn da nicht noch meine Partykumpels wären. Die sind nämlich ein bisschen schwer von Begriff. Oder ein bisschen vergesslich. Und je mehr sie getrunken haben, desto schlimmer wird es.
"Warum trinkst denn du Cola."
"Weil ich heut nüchtern bleibe."
"Musst du noch fahren?"
"Nein, ich betrink mich heut einfach mal nicht."
"Ach komm, eins kannste doch."
"Nein, ich fang gar nicht erst an."
"Aber warum denn nicht?"

Spätestens an dieser Stelle werde ich ein wenig müde. Natürlich könnte ich jetzt zum hundertsten Mal erklären, dass ich mich selbst auf Entzug gesetzt habe. Ich könnte die Nervensäge auch mit einer Ausrede abspeisen. Was mich im Grunde aber wirklich so nervt ist, dass ich mich überhaupt rechtfertigen muss. Als würde ich durch meine Nüchternheid die Party verderben. Als ob ich ein Weichei wäre, weil ich morgen früh keinen Kater haben würde. Ich fühle mich beinahe asozial, weil ich nicht schwanke und lalle.

Ist mir aber auch egal. Ich find es toll, wenn ich trotz Party mit klarem Kopf wach werde. Also verschont mich mal mit den blöden Fragen und trinkt einfach einen für mich mit. Ich geb ihn euch auch aus.